Der Bürgerverein Hatzfeld vertritt die Interessen des Bezirks Hatzfeld, der begrenzt wird im Norden durch die Stadtgrenze Gennebreck/Sprockhövel, im Osten durch die Märkische Straße, im Süden durch die A 46, im Westen durch Westerbusch, Am Pannesbusch, Lockfinke, Lante, Hohenhagen.

Der Bezirksverein Hatzfeld, der sich seit 1978 Bürgerverein Hatzfeld nennt, wurde am 30. Januar 1926 in Wuppertal Barmen gegründet. Die Mitgliederzahl stieg von anfangs 47 auf 120 Mitglieder. Nach zehn Jahren beendete der Bezirksverein im Jahre 1936 vorläufig seine Arbeit. Am 7. Oktober 1949 beschloß der damalige Vorstand, den Verein wieder ins Leben zu rufen.

Einem vielseitigen Wunsch der Hatzfelder Bürger Rechnung tragend, hatten einige Bürger des Bezirks im Januar eine Zusammenkunft geplant, um dem Gedanken der Gründung des Bezirksvereins näher zu treten. In dieser Zusammenkunft war man einmütig der Ansicht, dass die Existens eines Bezirksvereins auf Hatzfeld eine bittere Notwendigkeit sei. Denn die vielen Mängel und Missstände könnten nur durch gemeinsames Vorgehen bei den in Frage kommenden Instanzen behoben werden; und so einigte man sich dahin, für den 30.1.1926 die Hatzfelder Bürger zu einer Gründungsversammlung in das Lokal Sondermann einzuladen“, so heißt es in einem Protokoll.

Das Lokal Sondermann, ehemals an der Ecke Hatzfelder Straße/Zum Alten Zollhaus gelegen und den älteren Mitbürgern als beliebte Kommunikationsstätte der Hatzfelder und Veranstaltungsort vieler Feste in Erinnerung, steht heute nicht mehr.

Die im Protokoll erwähnten Mängel und Missstände bezogen sich hauptsächlich auf die schlechten Zugangswegenach Hatzfeld, auf mangelnde Straßenbeleuchtung, ungenügenden polizeilichen Schutz und vor allem auf die „Zigeunerfrage“. Gemeint war wohl das behördlicherseits oft nicht erlaubte Lagern umherziehender Zigeunergruppen vor allem in den Randgebieten der Stadt. „An die Verwaltung der Barmer Straßenbahn wurden allerlei Wünsche laut. Zunächst wünscht man eine Herabsetzung des Fahrpreises für die Strecke Alter Markt – Hatzfeld, außerdem eine Verkürzung der Fahrzeit.“ Die Fahrt sollte für 25 Pfennige zu haben sein (1932). „Sehr bemängelt werden die Haltestellen von Dürerweg (heute: Am Gelben Sprung) bis Hatzfeld, welche absolut nicht den Verkehrsvorschriften entsprechen.“

Für die Haltestelle Hatzfeld erbittet man sich eine Wartehalle; ferner soll eine gründliche Reinigung des Güterabladeplatzes beantragt werden.“ (Protokoll vom 27.2.1926)

Das Thema Straßenbahn hat zur damaligen Zeit die Bürger Hatzfelds sehr beschäftigt, war sie doch eine wichtige Verbindung nach Barmen. Erst am 20. April 1963 wurde die Bahn stillgelegt, und Busse übernahmen die Personenbeförderung.

1927 wurde geplant, beim Straßenbauamt die Teerung der Hatzfelder Straße und die Instandsetzung der Winchenbachstraße sowie ein häufigeres Sprengen der Horather Straße (heute: Zum Alten Zollhaus) und der Straßen im sogenannten „Chinesenviertel“ zu beantragen. Diese so exotisch anmutende, heute fast vergessene Ortsbezeichnung bezog sich auf das Gebiet zwischen Wilkhaus- und Grunerstraße. Versehrte des Ersten Weltkrieges hatten hier in den zwanziger Jahren auf genossenschaftlicher Basis ihre Häuser erbaut und die so entstandene Siedlung „Genesungsviertel“ genannt, woraus der Barmer Volksmund schnell „Chinesenviertel“ machte.

Im Zuge des starker werdenden Verkehrs und der damit nötigen Verkehrssicherheit setzte sich der Bezirksverein für die Errichtung von Bürgersteigen ein. 1931 war die Angelegenheit betreffs der Bürgersteige an der Hatzfelder Straße „soweit gediehen, dass mit den Arbeiten schon begonnen wurde. Man bittet die Anlieger, die sich bisher noch nicht entschließen konnten, im Interesse des Bezirks ihre Zusage zu geben.“ (Protokoll vom 17.4.1931)

Außerdem wird der Vorschlag gemacht, „den Lastwagenverkehr auf der Hatzfelder Straße in Bahnen zu lenken, die es den Anwohnern der Hatzfelder Straße ermöglichen, wenigstens Nachts ihre Ruhe zu finden, und an den Sonntagen den Lastwagenfahrten eine Ende zu bereiten. Es soll deshalb mit dem Verband Fühlung aufgenommen werden.“ (Protokoll vom 18.9.1931)

Für die Errichtung einer Rennstrecke auf Hatzfeld fühlte sich der Bezirksverein nicht verantwortlich. „Die Versammlung beschließt, in der Veranstaltung des Motorsportclubs eine neutrale Stellungnahme einzunehmen. Der Motorsportclub hat sich mit den Anliegern auseinander zusetzen, da der Bezirksverein nicht zuständig ist.“ (Protokoll vom 20.1.1933)

Der Bezirksverein sah seine Aufgabe aber nicht ausschließlich darin, Missstände und Mängel in seinem Betreuungsgebiet zu beseitigen, sonder wollte auch an der Verschönerung des Heimatbezirkes Hatzfeld mitarbeiten. So gab die Versammlung 1933 „ihre Zustimmung zu der Bepflanzung an der Haltestelle Wilkhausstraße im Betragen von Rmk. 20,- aus dem Verschönerungsfond.“ (Protokoll vom 20.1.1933)

Die Stadt sagte ihre Hilfe zu:
Sollte der Bürgersteig (an der Hatzfelder Straße) kommen, so ist die Stadt gerne bereit, bei Stellung der Pflanzen durch die Anlieger, eine Weißdornhecke zu schaffen.“ (Protokoll vom 20.03.1931)

Ferner wurde vom Bezirksverein angeregt, „die Stillegung der Kippe auf Riescheid zu beantragen. Für diese Kapitel versprechen die Herren vom Dürerweg genügend Unterlagen zu bringen, damit eine entsprechende Eingabe gemacht werden kann. Außerdem soll die Stadt daran erinnert werden, dass sie den Bezirk Hatzfeld nicht als Müllkasten ansehen soll, in den sie allen Unrat abkippen kann.“
(Protokoll vom 27.2.1926)

Herr Hillebrand, der Hauptlehrer der Hatzfelder Schule, gab Vorschläge zur Beseitigung der Schulraumnot bekannt. „U.a.: den Anbau aufstocken oder eine weitere Baracke hinsetzen oder einen Raum in der Nähe der Schule mieten. Aber all das ist nur Behelf. Die Forderung muß bleiben: ein Neubau. Hierzu äußerten sich die Versammelten zustimmend.“ (21.6.1935)

Das Problem der veralteten Schule mit Mängeln und Raumnot wurde oft beklagt: Teilweise wurden Renovierungen vorgenommen oder Behelfsbaracken gebaut, doch erst 1975 wurde ein modernes Schulgebäude mit Turnhalle errichtet. 1935 galt es, neben der Raumnot der Schule finanzielle Probleme von bedürftigen Schülern zu verringern. „Es folgt dann eine längere Aussprache über eine Spende von Rmk. 30,-, die für die Beschaffung von Schuhen für bedürftige Schulkinder gedacht ist.
(Protokoll vom 17.1.1935)

Der Bezirksverein setzte sich dafür ein, die Verlegung einer Polizeiwache nach Hatzfeld und Errichtung einer Posthilfsstelle in der Leimbach zu erreichen (ab 1926 mehrere Eingaben bei Polizei und Post). Eine Postaußenstelle in der Alhausstraße wurde erst am 3. Februar 1969 eröffnet. Doch schon am 1. November 1931 wurde einem Antrag stattgegeben, einen öffentlichen Fernsprecher, „Tag und Nacht zugängig“, an der Windhornstraße 2 einzurichten.

Feste und Ausflüge
Auch der Bezirksverein konnte feiern! Es fanden Herrenwanderungen, Sommerausflüge und Winterfeste statt. Die Gedanken zu einem Winterfest sollen hier einmal exemplarisch vorgestellt werden:

Punkt 3 der Tagesordnung: Winterfest:
Der Vorstand hat die Absicht, es ähnlich wie das Sommerfest zu begehen und zwar mit dem Grundgedanken: viel bieten bei möglichst geringer geldlicher Belastung des einzelnen Mitgliedes.Es ist u.a. an ein warmes Abendessen mit Suppe, Fleischgang und Nachtisch gedacht, für das pro Mitglied mit einem Familienangehörigen zusammen Rmk. 1,- zu zahlen wären. Es soll aber auch minderbemittelten Vereinsmitgliedern die Teilname ermöglicht werden.“ (Protokoll vom 21.9.1934)

Die Vorsitzenden der ersten zehn Jahre des Bürgervereins wurden im Januar 1926 Herr Röhder, im August des selben Jahres Herr Ernestus, Herr Rösener im Januar 1928, Herr Friese im Januar 1931, im Februar 1934 Herr Strecker und von September 1934 bis 1936 Herr Ley.

 

Wiedergeburt des Bezirksvereins

Einem vielseitigen Verlangen der Hatzfelder Bürger zu entsprechen, hatte der frühere Vorstand eine Zusammenkunft anberaumt. Bei dieser war man einstimmig der Ansicht, dass die Existenz des Hatzfelder Bezirksvereins eine dringende Notwendigkeit ist. Herr Ewald Schmitz eröffnete die 1. Sitzung um 20.15 Uhr und begrüßte  die Anwesenden, unter anderem auch die Presse, und bat um Vorschläge  zur Bildung eines neuen Vorstandes und erwähnte, dass die Wiedergeburt des Hatzfelder Bezirksvereins der Polizeibehörde am 8. September 1949 mitgeteilt wurde.“ (Protokoll vom 7.10.1949)

In der heutigen Vereinssatzung steht unter Paragraph 2 Zweck des Vereins: „Der Verein macht sich zur Aufgabe, die gemeinsamen Interessen der Bürger Hatzfelds zu vertreten. Die Pflege des Gemeinsinnes ist oberster Grundsatz. Zweck des Vereins ist die Förderung von Heimatpflege und Heimatkunde. Der Verein ist überparteilich, überkonfessionell und ist selbstlos tätig. Er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.“ Obwohl der Bezirk im Krieg von unmittelbaren Kriegsschäden glücklicherweise kaum betroffen wurde, waren Kriegsfolgen zu beseitigen. Die Baracken auf dem Sporrtplatz Wilkhausstraße wurden in den Jahren von 1959 bis 1962 geräumt, um den Platz für den Sport freizugeben und die Modernisierung des Sportplatzes wurde voran getrieben. In den ersten Jahren wird die Instandsetzung der Straßen, Wege und Treppen als dringlichsteAufgabe angesehen und es werden Leuchten für die Kreuzung  Hatzfelder Straße/Grunerstraße, für die Straßenbahn-Endhaltestelle Wasserturm und für die Treppen Wilkhausstraße/Windhornstraße, Windhornstraße/Lüdorfstraße und Holzrichterstraße/Grunerstraße gefordert. Ab 1967 erhält das Bemühen um Verbesserung der öffentlichen Beleuchtung Auftrieb durch die Umstellung  auf Elektrizität. Die Hatzfelder Straße bis zur Einmündung Uellendahler Straße wird elektrisch beleuchtet. 1969 wird die Beleuchtung der oberen Hatzfelder Straße von Gas auf Strom umgestellt. Der öffentliche Nahverkehr beschäftigt ebenso den neuen Bezirksverein: 1950 wird an der Straßenbahnlinie die Baugenehmigung für eine Wartehalle erreicht; um den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern, wird 1952 eine Autobuslinie Elberfeld – Uellendahl – Hatzfeld – Schmiedestraße gefordert. Mitte der fünfziger Jahre nehmen die Fragen der Verkehrsicherheit und Planung immer breiteren Raum ein. Es werden an vielen Straßen Verkehrsschilder beantragt. 1965 werden die Auswirkungen des Baus der B 326 (heute A 46) diskutiert, die besonders an der Anschlußstelle Hatzfelder Straße große Veränderungen mit sich bringen.

 

Nach Stillegung der Gleisanlage Winchenbachstraße – Grunerstraße, über die bis dahin die anliegenden Industriebetriebe angedient wurden, wird über zukünftige Nutzungsmöglichkeiten der Trasse nachgedacht. Ein Vorschlag sieht die Nutzung als kombinierten Rad – und Fußweg vor.

 

Verkehrsberuhigung
Es wird nach einer Möglichkeit gesucht, den Durchgangsverkehr aus dem Bereich Wilkhausstraße herauszuhalten, weil die Verkehrsdichte immer mehr zunimmt. Die Bitte um Verkehrsüberwachung an die Polizei ergeht 1978. Es ist aber nur möglich, den LKW-Verkehr zu kontrollieren. 1986 werden den Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, die Vorschläge des Bürgervereins berücksichtigen, eingeleitet.

 

Lärmschutz
Schon seit 1978 setzt sich der Bürgerverein für den Lämrschutz an der A 46 im Stadtteil Hatzfeld ein. Es wird in Verbindung aufgenommen mit dem Fernstraßenneubauamt und dem Landschaftsverband Rheinland, um lärmtechnische Untersuchungen durchzuführen. Ein Lärmschutz wird abgelehnt, weil die Werte den Lärmgrenzwertpegel nicht überschreiten. Später aber zeigen sich erste Erfolge bei den Bemühungen um den Lärmschutz und es werden für die A 46 im Raum Wuppertal die Grenzwerte des neuen Bundesimmissionsschutzgesetzes zu Grunde gelegt. Die Anlieger der Winchenbachstraße haben jetzt Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen, so dass 1990 mit den Bauarbeiten begonnen wird.

 

Der neue Wasserturm auf Hatzfeld
Über den Standort des neuen Wasserturms und die mögliche Nutzung des alten Hatzfelder Wasserturms machte man sich seit 1982 Gedanken. Dem Aufsichtsrat der Wuppertaler Stadtwerke wurde die Stellungnahme des Bürgervereins Hatzfeld mitgeteilt. In den Jahren 1983/84 wird mit dem Bau des neuen Wasserturms begonnen. Nach wie vor bleibt die Verschönerung des Bezirks ein Anliegen des Vereins: Nach dem Krieg setzt sich der Bezirksverein dafür ein. Dass die Grünanlagen instandgesetzt werden. Der Bürgerverein bestellt Bänke. Später wird bewirkt, dass das Waldstück „Gelber Sprung“ aufgeforstet und die Quelle neu gefasst wird.

 

Mitte der siebziger Jahre wird die Durchlässigkeit der Kleingärten für Spaziergänger erreicht. 1984 pflanzt der Bürgerverein auf der Verkehrsinsel vor der Sparkassenfiliale einen Baum. Auf dem Schulgelände und dem Spielplatz „Auf dem Brahm“ werden 1991 je eine Freiluft-Tischtennisplatte aufgestellt. Nach der Wiedergründung des Bezirksvereins kommt auch die Pflege der Geselligkeit und des Brauchtumes wieder in Gang. Am 20. Juli 1950 findet das erste Sommerfest nach der Neugründung statt. Als Spenden gehen ein: einige Kartons Seife und hundert Luftballons. Es ergeht eine offizielle Einladung an den Hatzfelder Sängerchor und den Hatzfelder Turnverein. Im gleichen Jahr wird die Aufstellung eines Weihnachtsbaumes an der Ecke Wilkhausstraße/Winchenbachstraße angeregt. Für die Kinder finden Nikolausfeiern der Vereinsmitglieder statt.

 

Ab 1980 wird er Martinszug der Grundschule Wilkhausstraße finanziell unterstützt. Im Sommer werden regelmäßig Busfahrten für die Mitglieder und Gäste organisiert und Mitte der siebziger Jahre ein Bürgerstammtisch eingerichtet. An jedem letzten Dienstag im Monat können Hatzfelder Bürger mit Vorstandsmitgliedern des Bezirksvereins sprechen. 1978 erfolgt die Umbenennung in Bürgerverein Hatzfeld e.V. Zum 50. Stadtjubiläum Wuppertals findet 1979 im Rahmen der Gesamtveranstaltung das erste Hatzfelder Stadtteilfest statt. Dieses Stadtteilfest wird alle zwei Jahre im Sommer in Zusammenarbeit mit allen Hatzfelder Vereinen wiederholt. 1981 steht dieses Fest unter dem Motto „Erhaltet das Grün auf Hatzfeld“. Es wird damit der Wunsch des Kleingartenvereins „Eynerngraben“ auf Erhalt seiner Anlage unterstützt.

Aus Anlaß des sechzigjährigen Stadtjubiläums beteiligt sich der Bürgerverein 1989 am „längsten Tisch der Welt“.

Ab 1986 finden, wie vor dem Krieg, Frühjahrs- oder Herbstwanderungen „Rund um den Hatzfelder Wasserturm“ statt. Im Gegensatz zu den Herrenwanderungen der „Gründerzeit“ dürfen die Damen jetzt mitwandern.

1926 schrieben die Gründungsmitglieder, die Existenz eines Bezirsvereins auf Hatzfeld sei eine bittere Notwendigkeit. Heute wird es als gute Tradition verstanden, dass sich der Bürger durch den Bürgerverein Gehör verschaffen kann, wenn er Beanstandungen oder Verbesserungsvorschläge für seine Wohngebiete vorzubringen hat.

Der Bürgerverein Hatzfeld hat zur Zeit über 400 Mitglieder.

 

Die Vorsitzenden seit 1949:

1984 – 1967: Ewald Schmitz

1968 – 1975: Otto Milatz

1976 – 1983: Heinrich Thomas

1984 - 1996: Lothar Laux

1997 - 1999: Dirk Vahldiek

2000 - heute: Herbert Fleing